Testerra: Ein Open Source Framework – viele Anwendungen

Donnerstag, 25. November 2021, 11:22 Uhr

Von Sven Rudolph, Leiter Test Automation & Agile Testing, T-Systems MMS

Mit Testautomatisierung lassen sich Geschwindigkeit, Qualität und Effizienz von Softwareentwicklung steigern und gleichzeitig Kosten senken. Dafür haben unsere Kolleg*innen das Java-basiertes Framework „Testerra“ entwickelt, mit welchem unterschiedliche Web-Anwendungen automatisiert getestet werden können. Testerra gibt es nun Open Source auf Github zur Verfügung, um eine offene, aktive und transparente Entwicklung der Software voranzutreiben. Wie der Weg bis zum Framework aussah und welche Möglichkeiten sie dadurch für User*innen ergeben, zeigen wir in diesem Beitrag.

Alles begann vor etwa zehn Jahren. Ein kleines Team aus acht Kolleg*innen beschloss, sich mit dem Thema „Testautomatisierung für Webanwendungen“ intensiver zu beschäftigen, was gleichzeitig der Startschuss für die Gründung des Geschäftsbereichs „Testautomation“ war.

Schnell erkannte das zunächst kleine Team, dass es sehr viele unterschiedliche Herangehensweisen für die Testautomatisierung gab und sich auch eine vielschichtige Toollandschaft von Testautomatisierungslösungen gebildet hatte, welche sehr unübersichtlich war. Nicht nur die von Frameworks und Tools, sondern auch die Funktionsweise dieser Lösungen wie Model Based Testing (MBT), Capture/Replay, Keyword/Behavior DrivenTesting und Natural Language Processing (NLP) Based Testing, bieten viele unterschiedliche Herangehensweisen an das Thema.

Damit war dem Team schnell klar, dass sie aufgrund der vielen unterschiedlichen Entwicklungsprojekte und Technologien auf ein Framework setzen wollten, welches Open Source, sehr stabil und trotzdem gut erweiterbar sein sollte.

Nach einer Vielzahl von Evaluierungen stellte sich heraus, dass sie auf das Framework Selenium setzen werden, welches speziell für automatisierte Softwaretests von Webanwendungen konzipiert wurde. Selenium bot schon damals eine hohe Zahl an Features und gute Erweiterbarkeit. Mittlerweile gilt es als Industriestandard zur Testautomatisierung von Web-Anwendungen.

Von ‚Xeta‘ zu ‚Testerra‘

Auf Basis von Selenium, unterschiedlichen Anforderungen aus über 300 Projekten und vielen verschiedenen Technologien hat das Team in über zehn Jahren ein sehr robustes und vielseitiges Test Automation Framework entwickelt, welches viele Jahre unter dem Namen „Xeta“ bekannt war. Xeta wurde bislang nur in internen Projekten eingesetzt, ist aber nun, nach langjähriger Weiterentwicklung und Grunderneuerung von einigen Kernkomponenten unter dem neuen offiziellen Namen „Testerra“ auf dem Github-Projekt der Telekom als Open Source Framework verfügbar.

Wie funktioniert das Framework im Testautomation-Alltag?

Bei Testerra handelt es sich um ein konventionelles Java-Framework, was in jedem beliebigen Java-Projekt eingesetzt und auch so entsprechend ausgeführt werden kann. Daher lässt es sich problemlos in bestehende Infrastrukturen bzw. Pipelines integrieren und ist damit Sec- und DevOps-freundlich.

Wo wird Testerra bereits eingesetzt?

Wir setzen das Framework erfolgreich in großen Testprojekten für namhafte Kunden ein. Es können sowohl Standard-Softwareprodukte (wie z.B. SalesForce) als auch Individualsoftware getestet werden. Die größten Projekte haben deutlich mehr als tausend Testfälle und tausende Betriebsstunden im Monat.

Wie geht es weiter mit Testerra?

Aktuell erprobt das Team einen Prototypen zur Testautomatisierung mit künstlicher Intelligenz. Den GitHub-Insights entsprechend ist die Entwicklung sehr aktiv. Zudem befindet sich Testerra Version 2 in einer Freigabephase. Diese Version beinhaltet eine für Testing optimierte API, verbessertem Page-Object-Pattern sowie Unterstützung für native Windows-Automatisierung.

Weiterführende Informationen

>Testerra Website

>Testerra auf Github

>Testerra Dokumentation

Gastautor Sven Rudolph, Leiter Test Automation & Agile Testing, T-Systems MMS

Sven Rudolph ist Leiter des Bereichs Test Automation & Agile Testing. Nach seinem Abschluss als Diplom Ingenieur für Medientechnik sammelte er langjährige Erfahrung in den Bereichen Digital Reliability, Projektmanagement und Mitarbeiterführung. Zudem erhielt er Zertifizierungen als EFQM Assessor, Project Management Professional (PMP/PMI) und Microsoft Certified Professional (MCP).

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