Scrum und die Chancen auf Kundenseite

Montag, 11. Februar 2019, 09:37 Uhr
Scrum und die Chancen auf Kundenseite
Scrum und die Chancen auf Kundenseite, Teil 1/3

Agiles Projektmanagement gewinnt bei der Umsetzung von komplexen Produkten immer mehr an Bedeutung. Gerade in der Softwareentwicklung arbeiten mittlerweile viele Teams mit Scrum oder Abwandlungen davon. Für Dienstleister und Kunden bieten sich in diesem Themengebiet rund um Agilität, neue Herausforderungen und vor allem Chancen.

 

Anforderungen als neue Variable im Projektmanagement

 

Während in der Vergangenheit und vor allem in klassischen Modellen die Anforderung ein unverrückbarer Bestandteil in jedem Pflichtenheft war, geht der Trend in agilen Methoden genau in die entgegengesetzte Richtung. Das Ziel bleibt nach wie vor so nahe wie möglich an seine ursprüngliche Vision heranzukommen, versucht dabei jedoch negative Veränderungen genauso zu antizipieren, wie neue positive Ideenansätze. Das Bild einer Waage kommt dieser Idee sehr nahe.

 

Womöglich treten Schwierigkeiten in der Entwicklung auf und wir müssen damit leben, dass wir bis zu einem bestimmten Zeitpunkt dann einfach nicht mehr alles umgesetzt bekommen. Nicht aus Boshaftigkeit oder Unvermögen, sondern weil einige Schwierigkeiten erst dann sichtbar werden, wenn die Entwicklung fortgeschritten ist. Dann wäre es doch optimal vor allem die Dinge umgesetzt zu haben, die 95% unser Business Values ausmachen. Das geschieht durch stete und kontinuierliche Priorisierung in Scrum.

 

Vielleicht merken wir jedoch auch im Verlauf der Umsetzung, wie wir unsere ursprüngliche Vision noch verbessern könnten. Da wir mit Scrum in regelmäßigen Arbeitszyklen (Sprints genannt) greifbare und funktionale Ergebnisse geliefert bekommen, können wir handfester in die Materie eingreifen. Wir können sie im Entstehungsprozess formen und sie Kollegen zeigen. Von den empirisch gesammelten Daten und Fakten können wir uns dann neu ausrichten und versuchen die Vision noch weiter zu verbessern. Da alle Arbeitsergebnisse in Scrum immer „Done“ sind, bietet sich die Chance jede Teilentwicklung bereits zu veröffentlichen oder zu testen. Sie ist in sich abgeschlossen und fertig.

 

Anforderungen sind hier weniger ein Stapel an Papieren, sondern eine lebendige Masse, die wir neu ordnen, gestalten und ergänzen können. Durch diese Lebendigkeit können wir die Time-to-Market direkt beeinflussen und auf neue innovative Trends reagieren. Der Weg dorthin bedarf ein wenig Zeit und Gewöhnung, ist aber erreichbar und keine Utopie aus irgendwelchen von Gurus verfassten Schriftstücken.

Wenn Sie noch mehr über die Chancen und Möglichkeiten von Scrum oder Agilität im Generellen erfahren möchten, dann empfehle ich unser neues Whitepaper „Scrum erklärt“. Dort gewinnen Sie einen ersten Eindruck was Scrum ist, auf was Sie sich einlassen und bekommen authentische Beispiele aus dem Alltag eines agilen Dienstleisters.

Hohe Transparenz dank regelmäßigem Austausch

 

Die Zeiten wo Entwickler in dunklen Kammern sitzen und der Dienstleister mit dem Kunden in Halbjahres-Zyklen zum Rapport erscheint, weichen einem sehr direkten und transparenten Austausch. Der Kunde muss mehr Verantwortung mittragen, sich mehr engagieren, dafür ist er mitten in der Entwicklung. Er ist direkt an seiner Vision dran, kann sich von den Experten in der Entwicklung beraten lassen und Ideen challengen. Er profitiert noch stärker von der jahrelangen Erfahrung seiner Dienstleister, anstatt nur oberflächlich Dinge nieder zu schreiben und darauf zu hoffen, dass es so richtig sein wird.

 

Durch den Product Owner als Leitgestalt ist der Kunde mitten im Team. Er weiß genau was Stand der Dinge ist. Er sieht wie gut oder schlecht die Dinge laufen. Er kann aktiv eingreifen und sich Ideen abholen oder neue Ideen einbringen. Spätestens alle 30 Tage (die Maximalzeit eines Sprints in Scrum) bekommt er – und alle Stakeholder die Interesse haben – während des Sprint Review einen Einblick in die aktive Entwicklung. Barrieren innerhalb des Projekts und Berührungsängste in der eigenen Firma werden reduziert. Alle sind mit dabei. Der direkte Austausch sorgt für eine Reduktion von Fehlern und für eine stete Präzisierung des gemeinsamen Kurses. Der Dienstleister als Lotse, der Kunde als Kapitän – eine perfekte Synergie.

 

Das Beste daran: alle Termine in Scrum sind genau darauf ausgelegt und zeitlich fix terminiert. Sie schaffen Transparenz, Eindeutigkeit, Verbesserung und gegenseitigen Austausch. Man muss sich nicht mehr blind darauf verlassen, dass der Dienstleister das Richtige tut. Man bekommt es greifbar mit und ist auf dem Laufenden.

 

 

Schulungen der internen Mitarbeiter als erster Schritt

 

Um in die Welt und Chancen von Scrum eintauchen zu können empfiehlt es sich einen kompetenten Berater ins Haus zu holen und sich selbst und sein direktes Umfeld schulen beziehungsweise beleuchten zu lassen. Welche Anforderungen werden an uns als Kunde gestellt? Wie müssen oder können wir unsere eigene Firma für Scrum und Agilität bereit machen? Was haben wir überhaupt davon diesen Schritt zu gehen? Was haben wir vielleicht sogar schon im Haus und was müssten wir noch einführen? Berührungsängste abzubauen, Wissen zu transferieren und die Chancen am eigenen Umfeld zu skizzieren hilft. Ein agiler Coach ist der perfekte Anfang.

 

Die ganze Serie im Überblick:

> Teil 1 / Scrum und die Chancen auf Kundenseite

> Teil 2 / Scrum und die Chancen auf Dienstleisterseite (Beitrag folgt)

> Teil 3 / Scrumwerte – Mit mehr Transparenz und Teamkultur zum Erfolg (Beitrag folgt)

Die News "Scrum und die Chancen auf Kundenseite" finden Sie ebenfalls unter ARITHNEA.


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